Samstag, 26. März 2011

ein held für ein paar minuten

"I am the shadow on the wall \ I'll be the one to save us all"


Ein kurzer Moment Zeit, die Lage zu überblicken.
Zwölf Feinde unter mir. Sie ahnen von nichts.
Ich halte die Luft an.


Hand an den Abzug!
       "Hand am Abzug!"


Ziel anvisieren!
       "Ziel anvisiert!"


Feuer!
       "Feuer!"


Der Körper taumelt zu Boden. Er regt sich nicht mehr.
Glatter Durchschuss.
Sie eröffnen das Feuer auf mich. Ich springe auf sie nieder.
Ich schlage einem mit meiner Waffe den Kopf ein.
Ich wechsel die Waffe, ich drehe mich um. Ich schieße.
Dass ich getroffen werde, merke ich kaum.
Einer nach dem anderen geht zu Boden.
Ich bin übermächtig.


Übermächtig.


Es wurde mir immer wieder gesagt: "Von deinem Überleben hängt die Zukunft der gesamten Menschheit ab."


Plötzlich bin ich ein Zauberer.
Ich beherrsche Feuer und Eis.
Ich kann mich selbst heilen - und andere.
Ich laufe oder reite durch Landschaften und wieder rette ich die Welt.


Dann deale ich. Jegliche Art von Drogen.
Ich trete einen Typen aus seinem Bonzenauto und flüchte vor der Polizei.
Ich fahre durch die Stadt, überfahre gnadenlos Menschen, demoliere das Auto des Bonzentypen.


Danach gehe ich aus meinem Zimmer.
Ich gucke, ob ich den Schlüssel mithabe, als ich die Haustür hinter mit zuziehe.
Ich warte an der Kreuzung, bis die Ampel grün wird.
Ich wische mir mit Spucke einen Fleck von der Jacke und denke zurück.


Für ein paar Minuten war ich ein Held. Jetzt bin ich irgendjemand, der nicht mal weiß, wie man eine Waffe sichert. Irgendjemand, den man beim Brötchen-Holen zuparken kann.
Ich töte nicht, ich zauber nicht, ich trete keine Bonzen aus ihren Autos.


Ich bin normal, bis ich die Konsole wieder anmache. Dann bin ich für ein paar Minuten ein Held.


Balduin Fýx

Freitag, 25. März 2011

sechs jahre alt

"Ich weiß nicht, was ich will \ Ich weiß auch nicht wohin"


Da steht der sechs-jährige Junge, komplett allein gelassen.
Seine Mutter ist ab und zu zuhause und fragt, wie der Tag war.
Sein Vater kommt noch seltener, hauptsächlich, um irgendwelche vergessenen Sachen abzuholen.
Seine Schwestern gehen ihre eigenen Wege, selbst im selben Haus. Sie tauschen gerne Neuigkeiten aus, verbringen auch Zeit miteinander. Dass sie eigene Wege gehen, ist jedoch der Mittelpunkt ihres Lebens.
Seine beiden Hunde freuen sich, wenn er nach Hause kommt. Wenn sie in den Garten dürfen, obwohl es regnet. Wenn sie Leckerein bekommen.
Mittendrin steht der sechs-jährige Junge.
Er hat Ziele und Träume. Er hat Freunde. Er hat alles, was er braucht und möchte, aber er hätte oft gerne mehr.
Dann stellt man sich vor, dass dieser kleine Junge Balduin Fýx heißt, in Wirklichkeit 20 Jahre alt ist, und mitten im Leben stehen sollte.
Nun, das tut er - das tue ich. Glaube ich.


Aber manchmal glaube ich, dass ich kurz vor der Einschulung stehe, und nicht weiß, was es heißt, mein Leben zu leben oder zu meistern.
Manchmal glaube ich, dass alles den Bach runtergeht, bis der Kurs wieder gegen den Strom geht.
Aber das ist "Leben".


Ich öffne mit diesem Post die Pforten zu meinem Blog und hoffe, dass Ihr Euch in meinen Gedanken wohlfühlt.
Bis ich dieses Geblogge verstanden habe, geht wahrscheinlich noch Zeit ins Land, aber ich gebe mein Bestes.


In diesem Sinne bis dahin,


Balduin Fýx