Es sind diese Momente mitten in der Nacht, in denen man Zeit damit verbringt, Sterne zu beobachten, die soweit entfernt sind, dass man nur noch ihr Leuchten sieht, nicht mal mehr ihre Konturen. In diesen Momenten vergleiche ich meine Existenz aus unerfindlichen Gründen mit der stellaren Konstellation unseres Universums, nur um jedes Mal zu dem Schluss zu kommen, dass ich unbedeutend bin. Und dass mein Leben sinnlos ist.
Ich meine, was bin ich schon im Gegensatz zu einer Sternennacht? Ich glaube, dass eine Handvoll Menschen nachts den Kopf in den Himmel reckt und sagt: "Das ist so weit weg, da ist so viel Raum, und Trilliarden Sterne leuchten und wirbeln umher, und ich sitze auf einem Planeten fest und starre nach da oben, und fühle mich so nichtig." Ich glaube kaum, dass ein Stern irgendwo in einem Andromedanebel sitzt und mich beobachtet. Dabei sogar vielleicht über seine sinnlose Existenz und seine nicht vorhandene Denkfähigkeit nachdenkt.
Ich persönlich bin ziemlich unbedeutend, und ich finde mich damit ab. Ich habe mich auch damit abgefunden, dass das Leben keinen Sinn hat, oder dass der Sinn des Lebens ist, den Sinn des Lebens zu finden, und wir in dem Paradoxon festhängen zwischen finden und haben, oder wir dann den Sinn des Lebens kennen und uns denken: "Toll. War ja jetzt nicht so spektakulär."
Und selbst wenn. Es gibt viele Dinge außerhalb meiner Selbst, die total unbedeutend sind, zum Beispiel Rubidium. Ein chemisches Element, dass an der Luft direkt explodiert. Wow. Genauso unbedeutend sind auch die Sterne am Nachthimmel. Die können nichts außer leuchten, aber das können Laternen auch. Sterne sind nur für Seefahrer wichtig. Das wars.
Und was ist mit mir? Ich bin für den Großteil dieser Galaxie unbedeutend. Aber für ein paar Leute bin ich wichtig. Ein paar Leute mache ich vielleicht glücklich, ein paar Leute freuen sich, dass ich lebe. So unbedeutend kann ich gar nicht sein. Es freut sich schließlich niemand darüber, dass es irgendeinen gewissen Stern da oben gibt.
Balduin Fýx
Ich liebe deine Einträge und deinen Schreibstil. Man kann sich richtig in deine Zeilen und deine Worte reinfühlen und manchmal wünschte ich mir, ich könnte die Dinge die mich bewegen und das Leben genauso schön und fesselnd beschreiben wie du. Hör nicht auf zu schreiben, du bist viel wichtiger als so ein leuchtender Stern. <3
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